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Erschwerte Ausbildung in Pandemie-Zeiten

Der Ausbildungsbetrieb floriert noch nicht so wie vor Corona. Zwar unterzeichneten 2021 im Vergleich zum Vorjahr wieder mehr Jugendliche einen Ausbildungsvertrag, das reicht jedoch nicht aus, um die Gesamtzahl der Azubis auf das Vorkrisenniveau zu bringen. Während die Zahl der Neuabschlüsse leicht anstieg, nahm die Gesamtzahl der Auszubildenden im Vergleich zu 2020 um gut 2 Prozent ab.

Die Untersuchung des Statistischen Bundesamts wird ergänzt durch eine repräsentative Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). An der Umfrage nehmen monatlich etwa 1.500 bis 2.000 Betriebe teil und berichten über ihren Umgang mit der Corona-Krise. Eine Folge der Pandemie war ein Rückgang der angebotenen Ausbildungsplätze. 17 Prozent weniger Betriebe boten 2021 im Vergleich zu 2019 einen Ausbildungsplatz an.

Fast die Hälfte der Betriebe beklagte aber auch, dass die Zahl der Bewerbungen um Ausbildungsplätze zurückging. Weniger Berührungspunkte zu potenziellen neuen Azubis erschwerten die Kontaktaufnahme – unter anderem durch den Wegfall von Jobmessen oder das eingeschränkte Stattfinden von Schülerpraktika. Um diesem Problem entgegenzuwirken, sind manche Ausbildungsbetriebe bereit, Kompromisse bei der Qualität der Bewerbungen einzugehen.

Wer Leute findet, hat sie aber noch nicht erfolgreich ausgebildet. Auch dies ist unter Pandemie-Bedingungen weiterhin erschwert. 16 Prozent gaben an, dass Inhalte nicht in der vorgesehenen Zeit vermittelt werden konnten. Bei 9 Prozent waren die Folgen der Corona-Pandemie so schwerwiegend, dass Auszubildende Prüfungen nicht bestanden. Eine positive Nachricht gibt es zumindest: Den Absolventinnen und Absolventen wurde genauso häufig eine Übernahme angeboten wie in 2019.
(Quelle: personalwirtschaft.de)